Wie die VW-Finanzsparte von der Absatzkrise profitiert


Dass die VW-Finanzsparte von der Absatzkrise profitiert, belegt es eindeutig: Der größte Autobauer Europas verdient längst nicht allein am Verkauf seiner Fahrzeuge. Mittlerweile verkauft er Finanzierungen, Versicherungen sowie „intelligente Pakete“, die neben Finanzierung oder Versicherung interessante Zusatzleistungen offerieren. Kein Wunder, dass von Volkswagen hergestellte Autos immer öfter auf Kredit gekauft werden. Mit attraktiven Angeboten greift die VW-Finanzierungstochter auch Autokäufer, die knapp bei Kasse sind, unter die Arme. Der in Deutschland schwächelnde Absatz der Automarken von Volkswagen wird durch das zugleich boomende Finanzierungsgeschäft, das Kunden- und Händlerfinanzierung, Leasing und Versicherungen umfasst, kompensiert.

Die VW-Finanzsparte setzt auf Expansion

Zumal hierzulande mehr als die Hälfte aller vom größten Automobilhersteller Europas gebauten Fahrzeuge durch die eigene Finanzierungstochter kreditiert wird, ist dieser bestrebt, in absehbarer Zukunft auch den Anteil der finanzierten und geleasten Fahrzeuge seiner Marken in anderen Ländern Europas – allen voran Frankreich, Italien, Großbritannien und Spanien – zu steigern. Erst peilt er die Zielmarke 40% an, doch einmal erreicht, könne diese auf satte 50% angehoben werden. Dank der Autokäufer, die gerne von den attraktiven Finanzierungsangeboten Gebrauch machen, hat die VW-Finanzierungstochter bereits in diesem Jahr ihren Gewinn leicht gesteigert. Wie bei der Konkurrenz – Daimler, BMW, Ford – dienen die durch diese Finanzierungen erzielten Zinserträge als eine clevere Art Subventionieren der Automarke.

Unter der Lupe betrachtet, belegen die Zahlen eine deutliche Steigerung

Die hochprofitable VW-Finanzierungstochter hat im Jahr 2012 die Anzahl der weltweit vergebenen Kredite für Autokäufe um 20% auf 3,6 Millionen Verträge, die Anzahl der Leasingverträge um 8% auf 1,3 Millionen und die Anzahl der Versicherungs- und der Serviceverträge um rund 20% auf 3,1 Millionen gesteigert. Um der Absatzkrise in Westeuropa entgegenzuwirken, setzt Volkswagen weitere bewährte Instrumente ein: Preisnachlässe und Zusatzangebote wie Wartungen und extra Services seitens der Autohändler. Allerdings währt sich der Autobauerriese gegen Vorwürfe der Konkurrenz, bei „Rabattschlachten“ mitzumischen. Der VW-Absatzfinanzierer hat seinen operativen Gewinn im laufenden Jahr erheblich gesteigert und ist mit dem Geschäftsjahr 2012 sehr zufrieden.

Volkswagen baut sein Versicherungsgeschäft aus

Die kürzlich ausgeweitete Kooperation zwischen Deutschlands größtem Autobauer VW und Deutschlands größtem Versicherer Allianz ist der zukünftige Erfolg vorprogrammiert: Ins Leben gerufen haben VW und die Allianz ein Gemeinschaftsunternehmen für Autoversicherungen, das ab Anfang April seinen Betrieb startet. Offerieren sollen seine Versicherungsprodukte alle Autohändler, die VW-Marken (VW, Audi, Skoda und Seat) verkaufen.

An der Refinanzierung durch die VW-Finanzierungstochter partizipiert selbstverständlich auch die konzerneigene Direktbank, deren Einlagen in diesem Jahr eine Steigerung von 11% erfahren haben und mittlerweile auf 24,5 Milliarden Euro beziffert werden. Erwähnt seien am Rande die Unternehmensanleihen (verbriefte Schuldverschreibungen), die ebenfalls Milliarden in die Kasse der VW-Finanztochter spülen, die Refinanzierung der Kredite sichern und clevere Sparer mit satten Guthabenzinsen erfreuen.

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